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Westmädchen und Ostjungs
Geschichten zur Geschichte von Berlin-Reinickendorf 1950-1965.

Hrsg.: Heimatmuseum Reinickendorf in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Reinickendorf

Die persönlichen Erzählungen von Zeitzeugen lassen das West-Berlin der 50er und 60er Jahre wieder lebendig werden.
Babyboom und "gute Butter", zum Tanzen an den Tegeler See und jedes Wochenende ins Kino - den Berlinern geht es wieder besser. Doch auch der Kalte Krieg beginnt, die Grenzen werden dichter, Flüchtlinge kommen nach West-Berlin. Das Gefühlt verstärkt sich, vom Umland un dem ostteil der Stadt abgeschnitten zu sein.

2006. 235 S. m. Fotos, Pln. 20 cm; KT; Deutsch
Aufgeschr. u. zus.gest. v. Claudia Bauer
Jaron Verlag, 2006, Preis: 10 € im Buchhandel
ISBN: 3897735377





Wie „Hundejustav“ auf der Parkbank thronte – Geschichten aus dem alten Reinickendorf:
Es sind große und kleine Geschichten von Leuten, die ein gutes Gedächtnis haben oder die eifrig mit ihren Tagebüchern umgegangen sind: „Hundejustav“ zum Beispiel kommt da zu Ehren, Kneipier am Waidmannsluster Damm. „Er wog bestimmt zweieinhalb Zentner. Die Hosenträger spannten sich über seinem beeindruckenden Bauch. Man könnte fast sagen, er thronte auf der Bank mit seinen beiden Rehpinschern und hielt Audienz. Die Tiere waren winzig. Das machte das Bild so kurios. Hundejustav kannte Gott und die Welt. Und alle kannten ihn. Er war ein Tegeler Unikum.“


Wir schreiben die fünfziger und sechziger Jahre, Berlin war (bis zum 13. August 1961) nur unsichtbar geteilt, im Westen wohnte und lebte man anders als im Osten, viele kleine Dinge des Alltags waren von der großen Politik bestimmt. Zum Beispiel, als die DDR im Mai 1952 eine „Verordnung über Schutzmaßnahmen an der Demarkationslinie zwischen der DDR und den westlichen Besatzungszonen“ erließ und plötzlich sämtliche Straßen zwischen den Westsektoren und der DDR gesperrt waren. Oder als West-Berliner nicht mehr im Osten einkaufen durften. Die Folgen dieser Ereignisse im Kalten Krieg trafen besonders Berliner, die in jenen West-Bezirken wohnten, die ans DDR-Umland grenzten. Wie in Reinickendorf: Zahlreiche Begebenheiten zwischen Tegel, Wittenau, Hermsdorf, Waidmannslust und Lübars aus den Jahren 1950 bis 1965 sind jetzt auf den 235 Seiten des Buches „Westmädchen und Ostjungs“ vereint. Die fleißigen Chronisten der Erzählwerkstatt vom Reinickendorfer Heimatmuseum bewahren so das Gestern in der Erinnerung von heute – für alle, die auch morgen noch staunen möchten, wie’s damals war.

Lothar Heinke


 
 


 


Berliner Schnitzel
und andere Geschichten zur Geschichte
Reinickendorfs 1939-1950


Das Buch "Berliner Schnitzel" ist das Ergebnis eines interdisziplinären Projekts der Volkshochschule und des Heimatmuseums. Es beschreibt in Alltagsgeschichten das Leben in Reinickendorf in den 30er und 40er Jahren des 20. Jahrhunderts vor dem Hintergrund der dramatischen Ereignisse dieses maßgeblich durch die Verbrechen des Nationalsozialismus und deren Auswirkungen geprägten, schlimmsten Zeitabschnitts deutscher Geschichte.
"Berliner Schnitzel" richtet sich an Erwachsene, die den Wert solcher Geschichten erkennen können, mit dem wachsenden Bewusstsein, dass die Zeit der älteren Generation zum Erzählen ihrer Erlebnisse begrenzt ist.. Es wendet sich aber auch an Kinder und Jugendliche, die Enkel der Erzählergeneration. Kindern geben die Geschichten Einblick in die Jugend ihrer Großeltern. Geschichte wird durch den persönlichen Zugang lebendig und nachvollziehbar.
Die hier zusammengetragenen Kurzgeschichten sind unterhaltsam, spannend und nachdenklich. Jede Geschichte zeigt für sich ein Stück Reinickendorf, spiegelt die Situation Berlins und gibt den Geist der Zeit wieder.
Der Titel "Berliner Schitzel" spielt natürlich mit dem Begriff "Schnipsel". Die Geschichten haben etwas Fragmentarisches. Sie steigen sofort in das Geschehen ein und haben ein kurzes Ende. Zusammen ergeben sie ein Bild, in dem noch ein paar Schnitzel oder Schnipsel fehlen, das aber gut zu verstehen ist.

Der Band umfaßt 258 Seiten und zahlreiche Abbildungen.

Preis: 8,80 Euro
ISBN 3-00-015249-0

Weitere Informationen: Dr. Cornelia Gerner, Heimatmuseum Reinickendorf, Tel.: 4000 9271


 
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